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28 Beiträge · 4 Votes

Leben 25% · Politik 21% · Schreiben 18% · Kunst 14% · Musik 7% · Natur 7% · 2 weitere 8%

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  1. Lieber etwas Schönes

    Am zurückliegenden Wochenende hat meine Tochter geheiratet. Es war eine Hochzeit zweier aktiver Pfadis, Pfadfinder*innen machen einen großen Teil des Freundeskreises des Paares aus, und so war die Pfadfinderei auch ein wesentlicher Teil der Feier (die freie Trauung leitete der jüngere Bruder meines Schwiegersohns): Beide hatten ihre Tücher so vorbereitet, dass sie während der Zeremonie ein zuvor herausgetrenntes Stück aus dem eigenen ins Tuch des/der Anderen einnähten – das empfand ich als sehr…

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  2. Ich bin Grafiker und mag langweiliges Papier

    Es kommt zum Glück nicht mehr häufig vor, aber hin und wieder findet sich doch noch berufs­spezifische Reklame im Brief­kasten. Den meisten Sendungen gelingt es dabei nicht, mich auch nur zum Öffnen des Umschlags zu über­reden, aber diese hier machte mich immerhin neugierig genug, um zwar nicht zur Kreis­säge, so doch zum Brief­öffner zu greifen: Aber Alte Schwedin!, was ich hier fand, ist so rückwärts­kompatibel, als habe jemand den Timer im DeLorean auf 1970 gestellt: ein dicker Stapel aus…

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  3. Sonne, Blumen
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  4. … an kompositorisch zweckmäßigem Orte …

    Schon der Südstor­marnsche Alma­nach des enga­gierten photo­graphischen Amateurs wusste in seiner Juni-Ausgabe 1842 Folgendes zu berichten: „In jenen nicht eben seltenen, so doch stets deplo­rablen Fällen, da es einer vorder­gründig anspre­chenden floralen Photo­graphie an einem das Inter­esse des Beschauers weckenden Hinter­grunde eo ipso gebricht, vermag die Einbin­dung eines farb­lich geschmack­voll gewählten Hubsteygers an kompo­sitorisch zweck­mäßigem Orte die Gesamt­wirkung in…

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  5. Mehrheitlich gegen sich selbst

    Angenommen, in 50 bis 100 Jahren gebe es noch Geschichtsschreibung: Ob dann die Wissenschaft wohl rekonstruiert haben wird, wann und warum es in unserer Epoche mehrheitsfähig wurde zu glauben, eine überwältigende Mehrheit habe ihre gesamte Existenz bedingungslos in den Dienst einer längst übersättigten, unendlich habgierigen Minderheit zu stellen?Wenn wir der Versuchung widerstehen, das Kabinett Merz für pauschal unzurechnungsfähig zu halten, bleibt zur rationalen Erklärung des…

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  6. Durch die Dolomiten schieben

    Natürlich hab ich nicht die ganze Strecke geschoben – dann wäre ich wohl jetzt immer noch unter­wegs. Aber ein paar Schiebe­passagen mehr ⇢ als im vorigen Jahr waren es schon, als ich im Juni von Sont­hofen auf dem nicht-ganz-direk­testen Weg nach München gera­delt bin. Das war so geplant: Denn dieses Mal war ich nicht per Rennrad, sondern mit dem Schwer­last-Reiserad mit seinen MTB-Genen unter­wegs und wollte dazu passend ein paar Straßen und Trails aufsuchen, auf die ich mich voriges Jahr…

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  7. Hohe Punkte

    Eine Radwanderung in 24 Bildern – Text dazu gibt’s später. Wenn ihr einstweilen sehr viel mehr Fotos (über 300) meines diesjährigen Abenteuers schauen mögt, ⇢ bitte hier entlang. Herz-Jesu-Feuer über dem Haldensee, Tannheimer Tal Begehbarer Würfel „Schmuggler“, Timmelsjoch, österreichische Seite Kahl und karg – aber das Licht! Timmelsjoch-Pa

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  8. Wohlwollen
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  9. Prämissen

    I’m gonna walk till I don’t feel the pain any more Während Ende Mai die Frist zum Nicht­erwerb von Stephan Klei­nerts faszi­nierendem ⇢ Album „Strate­gies Against Algo­rithms“ ablief (hier im Februar bereits ⇢ erwähnt), kamen über den Monat noch die ⇢ Liner Notes zu den einzelnen Stücken hinzu, und die zu lesen lohnt sich auch sehr. Bei manchen, wie dem Begleit­text zu meinem Lieb­lings-Track, „Walk“, wird mir der Zusammen­hang zur Musik unmittel­bar deut­lich, andere erschließen noch…

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  10. Merkwürdige Leerstelle

    Da denkst du, der Kapita­lismus bedient mit seinen immer schnel­leren Fertigungs­verfahren wirk­lich jedes Bedürfnis und noch einige mehr – so stand ich erst gestern in einem kleinen Drogerie­markt vor dem Sonnen­creme-Regal und war voll­kommen über­fordert, weil es allein für LSF 50+ mehr als ein Dutzend Sorten zur Auswahl gab. Und dann wieder recher­chierst du dich nach einem bestimmten Produkt dumm­dusselig und kannst es partout nirgends finden, obwohl du bestimmt nicht die*der Einzige bist…

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  11. Potenzieren

    Homöopathie, visualisiert: Espresso wird beson­ders stark und geschmacks­intensiv, wenn man den eigent­lichen Kaffee nach dem Zube­reiten weg­kippt und durch heißes Wasser ersetzt, dann wieder unter den Sieb­träger stellt und kurz abwartet, ob noch ein biss­chen was nachtropft …

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  12. Allee, allez!

    Würde ich dies in einer imagi­nären Bro­schüre „Die schönsten Rad­routen im Kreis Stor­marn“ sehen, wollte ich sofort hin­radeln … Diese Allee ist tat­säch­lich quasi vor unserer Haus­tür, paar hundert Meter, und die meiste Zeit des Tages gar nicht so spekta­kulär. Aber beim gest­rigen Spazier­gang haben wir genau den rich­tigen Sonnen­untergangs-Moment erwischt.

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  13. Vermischtes Ende Mai

    Merlin am Morgen Als ich um kurz nach vier heute früh von lauten Gesängen geweckt wurde, hab ich mal die App Merlin Bird ID laufen lassen. Und außer den übli­chen Verdäch­tigen – Amsel, Kohl- und Blau­meise – wurde noch eine Mönchs­gras­mücke identi­fiziert. Gesehen habe ich bewusst schon länger keine, aber schön zu wissen, dass sie hier ist. – Neulich an den mecklen­burgischen Seen war der Musik­stil übrigens ein völlig anderer; da war der Domi­nator der Morgen­dämmerung eindeutig der Pirol.…

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  14. Frisches Mai-Grau

    Der Reihe nach: Limburg — Burg Staufen­berg — Marburg — Glas­hütte Gern­heim und Weseraue — Krakower See. Mehr zu diesen Frühjahrs­desti­nationen gibt es im nächsten Beitrag. Alle Fotos mit der Chamonix auf DN2 9×12, die meisten mit 127mm, die zwei letzten mit 65mm. Diesmal musste ich die Negativ­ränder zuschneiden, da die Filme, warum auch immer, oft ziemlich schief in den Kassetten lagen (und zwei Blatt sind mir direkt beim Zuschieben entgegen gefallen …)

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  15. Kleinanzeige

    An Abho­lende zu verschenken: ein neuwer­tiger Sommer 2026 als Vorserien­modell „Pfingst-Edition“. Da sich bereits vor dem Start der Serien­fertigung abzeichnet, dass seine Perfor­mance weit jenseits meiner Bedürf­nisse liegen wird, möchte ich ihn gern frühzeitig wieder loswerden. Tausch gegen regnerischen November ist ebenfalls möglich. Oder anders gesagt: Wir waren über Pfingsten mit Rädern und Zelt auf der Mecklen­burgischen Seen­platte zwischen Plau und Krakow unterwegs. Land­schaft­lich…

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  16. „Die Apokalypse fällt aus“

    Stellen wir uns vor, jemand leide an einer schweren Krank­heit – nicht unmit­telbar töd­lich, aber mit erwart­bar in Schüben sich verschlim­mernden Symp­tomen, die das Leben immer stär­ker beein­trächtigen. Stellen wir uns weiter vor, es gebe die Möglich­keit, durch die konti­nuier­liche Einnahme geeig­neter Medi­kamente die Entwick­lung der Krank­heit stark zu verlang­samen. Wäre es klug, beim ersten Anzei­chen von Wirk­samkeit die Medi­kamente sofort abzusetzen? Tja, aber genau in diesem…

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  17. Hamburgs kürzeste Sehenswürdigkeit

    Der Elbtower, auch „Kurzer Olaf“, neulich fotografiert vom Gelände des ⇢ Asphaltsprenger Festivals.

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  18. Unkaputtbarkraut

    Wenn ich auf eine Spezies wetten soll, die1 die2 Menschheit sehr wahr­schein­lich über­dauern wird, nehme ich Schachtel­halm. Das ist im Garten mein End­gegner – dem kannste so tief an die Wurzel gehen, dass schon unklar ist, ob du vom Buddeln allein so schwitzt, und das Gestrüpp kommt doch immer wieder … Subjekt

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  19. Im Brenner Moor

    Warum nur mache ich mir so selten Notizen beim Foto­grafieren? Ich weiß schon nicht mehr sicher, warum Bild 1 und 2 bei ähnlicher Schärfen­tiefe so unter­schied­lich lang belichtet wurden (wie ihr am Wasser seht.) Hatte ich für Bild 2 die Blende weiter offen und dafür etwas getiltet? Sicher weiß ich nur – bei Bild 1 ist ein Moor­geist drauf. Hattet ihr ihn gesehen? Tja, und bei Bild 5 war der Bild­winkel (der 65mm-Brenn­weite) mal wieder zu groß und die Ecken auf der Matt­scheibe zu dunkel – ...

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  20. Noch was zum Anstrengen

    Was mich zuver­lässig wütend macht, ist diese Einstel­lung, die bei Menschen meiner Gene­ration und der meiner Eltern gar nicht selten anzu­treffen ist: „Junge Leute sollen erst mal was leisten, bevor sie sich ein schönes Leben gönnen.“ Mag sogar sein, dass das in einer Zeit vor meiner Erin­nerung mal eine adäquate Haltung war – aber ziem­lich sicher ist sie das heute nicht mehr. Liebe Alters­genoss*innen, nehmt bitte endlich zur Kenntnis, dass wir unseren Kindern ihre Zukunft sehr gründ­lich…

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  21. Anstrengen

    Neulich hatten die Liebste und ich zum Mittel­groß­einkauf die Fahr­räder genommen und ich hatte einen Hänger hinten am Last­eselchen. Da waren auf dem Rückweg rund 30 kg drin, und irgend­wann wurde ich gefragt, warum ich denn nicht die Motor­unter­stützung zuschalte. Meine Antwort war, „Warum soll ich mich weniger anstrengen, als ich es kann?“ Das war in dem Moment eine spon­tane Reak­tion, aber je länger ich drüber nach­dachte, desto mehr fand ich es eine ganz brauch­bare Philo­sophie für…

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  22. Der Vollmond am 1. Mai

    … aber nächstes Mal geh ich aufs freie Feld, um ihn direkt über dem Horizont zu erwischen und nicht erst ne Dreiviertelstunde später.

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  23. Gut genug – Fotonotizen

    Wenn ein Tester fotografischen Geräts solche Farbsäume sieht, pardon, chromatische Aberrationen natürlich, dann wird er*sie vermutlich leise weinen und dieses Objektiv keiner weiteren Betrachtung würdigen. Na und? Im Ganzen sieht das Foto so aus: Fällt doch kaum mehr auf, beziehungsweise nur noch, wenn man gezielt danach sucht. Klar, man hat bei solchen Abbildungsfehlern (wie sie hier mein adaptiertes 90er-Jahre-Tele verursacht hat) nur noch begrenzte Möglichkeiten der Nachbearbeitung; aber ich…

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  24. Vermischtes von draußen

    Same procedure as every year – dieses Grün und dieses Gelb wollen beim erst­maligen Erscheinen im Jahr hier nun mal doku­mentiert werden: Bänke als Motiv gehen für mich auch immer, aber ganz beson­ders, wenn sie so hübsche Farben oder so kryp­tische Botschaften haben:

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  25. Hier noch jemand ohne frisches Grün?
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  26. Osternotizen

    Nun wird also in Deutsch­land wieder eine Wehr­pflicht disku­tiert. Und warum? Weil einige wenige Men­schen mit mehr Macht als Moral die Vorstel­lung nicht ertragen, wir könnten unsere Pro­bleme (von denen wir auf der Welt ja wirk­lich genug haben) fried­lich und koope­rativ lösen. Denn es ist nun mal so: Je mehr Kriege es gibt, je mehr Zerstö­rung, je mehr Elend und Unter­drückung, desto besser die Chancen, obszöne mate­rielle Vermögen immer noch schneller zu vergrö­ßern. Und auch wenn sich ...

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  27. Die ersten Silberpixel 2026

    Nichts Besonderes, ich muss nur in Übung bleiben 🙂

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  28. Krisenwahrnehmung

    Heute gehört: „Die Welt­lage hat sich seit voriger Woche völlig geändert.“ Natürlich weiß man sofort, was gemeint ist, aber – pardon, nein: An der Welt­lage hat sich seit den ersten Bombarde­ments im Iran nichts Wesent­liches geän­dert. Seit gewisse Rohstoff­preise so dras­tisch nach oben gehen, kommt bloß ein etwas größerer Teil unserer Krisen im Bewusst­sein auch jener an, die bisher erfolg­reich darin waren, sie zu verdrängen. Was da passiert, scheint mir eine normale und erwart­bare Entwi...

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