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Am zurückliegenden Wochenende hat meine Tochter geheiratet. Es war eine Hochzeit zweier aktiver Pfadis, Pfadfinder*innen machen einen großen Teil des Freundeskreises des Paares aus, und so war die Pfadfinderei auch ein wesentlicher Teil der Feier (die freie Trauung leitete der jüngere Bruder meines Schwiegersohns): Beide hatten ihre Tücher so vorbereitet, dass sie während der Zeremonie ein zuvor herausgetrenntes Stück aus dem eigenen ins Tuch des/der Anderen einnähten – das empfand ich als sehr…
Es kommt zum Glück nicht mehr häufig vor, aber hin und wieder findet sich doch noch berufsspezifische Reklame im Briefkasten. Den meisten Sendungen gelingt es dabei nicht, mich auch nur zum Öffnen des Umschlags zu überreden, aber diese hier machte mich immerhin neugierig genug, um zwar nicht zur Kreissäge, so doch zum Brieföffner zu greifen: Aber Alte Schwedin!, was ich hier fand, ist so rückwärtskompatibel, als habe jemand den Timer im DeLorean auf 1970 gestellt: ein dicker Stapel aus…
Schon der Südstormarnsche Almanach des engagierten photographischen Amateurs wusste in seiner Juni-Ausgabe 1842 Folgendes zu berichten: „In jenen nicht eben seltenen, so doch stets deplorablen Fällen, da es einer vordergründig ansprechenden floralen Photographie an einem das Interesse des Beschauers weckenden Hintergrunde eo ipso gebricht, vermag die Einbindung eines farblich geschmackvoll gewählten Hubsteygers an kompositorisch zweckmäßigem Orte die Gesamtwirkung in…
Angenommen, in 50 bis 100 Jahren gebe es noch Geschichtsschreibung: Ob dann die Wissenschaft wohl rekonstruiert haben wird, wann und warum es in unserer Epoche mehrheitsfähig wurde zu glauben, eine überwältigende Mehrheit habe ihre gesamte Existenz bedingungslos in den Dienst einer längst übersättigten, unendlich habgierigen Minderheit zu stellen?Wenn wir der Versuchung widerstehen, das Kabinett Merz für pauschal unzurechnungsfähig zu halten, bleibt zur rationalen Erklärung des…
Natürlich hab ich nicht die ganze Strecke geschoben – dann wäre ich wohl jetzt immer noch unterwegs. Aber ein paar Schiebepassagen mehr ⇢ als im vorigen Jahr waren es schon, als ich im Juni von Sonthofen auf dem nicht-ganz-direktesten Weg nach München geradelt bin. Das war so geplant: Denn dieses Mal war ich nicht per Rennrad, sondern mit dem Schwerlast-Reiserad mit seinen MTB-Genen unterwegs und wollte dazu passend ein paar Straßen und Trails aufsuchen, auf die ich mich voriges Jahr…
Eine Radwanderung in 24 Bildern – Text dazu gibt’s später. Wenn ihr einstweilen sehr viel mehr Fotos (über 300) meines diesjährigen Abenteuers schauen mögt, ⇢ bitte hier entlang. Herz-Jesu-Feuer über dem Haldensee, Tannheimer Tal Begehbarer Würfel „Schmuggler“, Timmelsjoch, österreichische Seite Kahl und karg – aber das Licht! Timmelsjoch-Pa
I’m gonna walk till I don’t feel the pain any more Während Ende Mai die Frist zum Nichterwerb von Stephan Kleinerts faszinierendem ⇢ Album „Strategies Against Algorithms“ ablief (hier im Februar bereits ⇢ erwähnt), kamen über den Monat noch die ⇢ Liner Notes zu den einzelnen Stücken hinzu, und die zu lesen lohnt sich auch sehr. Bei manchen, wie dem Begleittext zu meinem Lieblings-Track, „Walk“, wird mir der Zusammenhang zur Musik unmittelbar deutlich, andere erschließen noch…
Da denkst du, der Kapitalismus bedient mit seinen immer schnelleren Fertigungsverfahren wirklich jedes Bedürfnis und noch einige mehr – so stand ich erst gestern in einem kleinen Drogeriemarkt vor dem Sonnencreme-Regal und war vollkommen überfordert, weil es allein für LSF 50+ mehr als ein Dutzend Sorten zur Auswahl gab. Und dann wieder recherchierst du dich nach einem bestimmten Produkt dummdusselig und kannst es partout nirgends finden, obwohl du bestimmt nicht die*der Einzige bist…
Homöopathie, visualisiert: Espresso wird besonders stark und geschmacksintensiv, wenn man den eigentlichen Kaffee nach dem Zubereiten wegkippt und durch heißes Wasser ersetzt, dann wieder unter den Siebträger stellt und kurz abwartet, ob noch ein bisschen was nachtropft …
Würde ich dies in einer imaginären Broschüre „Die schönsten Radrouten im Kreis Stormarn“ sehen, wollte ich sofort hinradeln … Diese Allee ist tatsächlich quasi vor unserer Haustür, paar hundert Meter, und die meiste Zeit des Tages gar nicht so spektakulär. Aber beim gestrigen Spaziergang haben wir genau den richtigen Sonnenuntergangs-Moment erwischt.
Merlin am Morgen Als ich um kurz nach vier heute früh von lauten Gesängen geweckt wurde, hab ich mal die App Merlin Bird ID laufen lassen. Und außer den üblichen Verdächtigen – Amsel, Kohl- und Blaumeise – wurde noch eine Mönchsgrasmücke identifiziert. Gesehen habe ich bewusst schon länger keine, aber schön zu wissen, dass sie hier ist. – Neulich an den mecklenburgischen Seen war der Musikstil übrigens ein völlig anderer; da war der Dominator der Morgendämmerung eindeutig der Pirol.…
Der Reihe nach: Limburg — Burg Staufenberg — Marburg — Glashütte Gernheim und Weseraue — Krakower See. Mehr zu diesen Frühjahrsdestinationen gibt es im nächsten Beitrag. Alle Fotos mit der Chamonix auf DN2 9×12, die meisten mit 127mm, die zwei letzten mit 65mm. Diesmal musste ich die Negativränder zuschneiden, da die Filme, warum auch immer, oft ziemlich schief in den Kassetten lagen (und zwei Blatt sind mir direkt beim Zuschieben entgegen gefallen …)
An Abholende zu verschenken: ein neuwertiger Sommer 2026 als Vorserienmodell „Pfingst-Edition“. Da sich bereits vor dem Start der Serienfertigung abzeichnet, dass seine Performance weit jenseits meiner Bedürfnisse liegen wird, möchte ich ihn gern frühzeitig wieder loswerden. Tausch gegen regnerischen November ist ebenfalls möglich. Oder anders gesagt: Wir waren über Pfingsten mit Rädern und Zelt auf der Mecklenburgischen Seenplatte zwischen Plau und Krakow unterwegs. Landschaftlich…
Stellen wir uns vor, jemand leide an einer schweren Krankheit – nicht unmittelbar tödlich, aber mit erwartbar in Schüben sich verschlimmernden Symptomen, die das Leben immer stärker beeinträchtigen. Stellen wir uns weiter vor, es gebe die Möglichkeit, durch die kontinuierliche Einnahme geeigneter Medikamente die Entwicklung der Krankheit stark zu verlangsamen. Wäre es klug, beim ersten Anzeichen von Wirksamkeit die Medikamente sofort abzusetzen? Tja, aber genau in diesem…
Der Elbtower, auch „Kurzer Olaf“, neulich fotografiert vom Gelände des ⇢ Asphaltsprenger Festivals.
Wenn ich auf eine Spezies wetten soll, die1 die2 Menschheit sehr wahrscheinlich überdauern wird, nehme ich Schachtelhalm. Das ist im Garten mein Endgegner – dem kannste so tief an die Wurzel gehen, dass schon unklar ist, ob du vom Buddeln allein so schwitzt, und das Gestrüpp kommt doch immer wieder … Subjekt
Warum nur mache ich mir so selten Notizen beim Fotografieren? Ich weiß schon nicht mehr sicher, warum Bild 1 und 2 bei ähnlicher Schärfentiefe so unterschiedlich lang belichtet wurden (wie ihr am Wasser seht.) Hatte ich für Bild 2 die Blende weiter offen und dafür etwas getiltet? Sicher weiß ich nur – bei Bild 1 ist ein Moorgeist drauf. Hattet ihr ihn gesehen? Tja, und bei Bild 5 war der Bildwinkel (der 65mm-Brennweite) mal wieder zu groß und die Ecken auf der Mattscheibe zu dunkel – ...
Was mich zuverlässig wütend macht, ist diese Einstellung, die bei Menschen meiner Generation und der meiner Eltern gar nicht selten anzutreffen ist: „Junge Leute sollen erst mal was leisten, bevor sie sich ein schönes Leben gönnen.“ Mag sogar sein, dass das in einer Zeit vor meiner Erinnerung mal eine adäquate Haltung war – aber ziemlich sicher ist sie das heute nicht mehr. Liebe Altersgenoss*innen, nehmt bitte endlich zur Kenntnis, dass wir unseren Kindern ihre Zukunft sehr gründlich…
Neulich hatten die Liebste und ich zum Mittelgroßeinkauf die Fahrräder genommen und ich hatte einen Hänger hinten am Lasteselchen. Da waren auf dem Rückweg rund 30 kg drin, und irgendwann wurde ich gefragt, warum ich denn nicht die Motorunterstützung zuschalte. Meine Antwort war, „Warum soll ich mich weniger anstrengen, als ich es kann?“ Das war in dem Moment eine spontane Reaktion, aber je länger ich drüber nachdachte, desto mehr fand ich es eine ganz brauchbare Philosophie für…
… aber nächstes Mal geh ich aufs freie Feld, um ihn direkt über dem Horizont zu erwischen und nicht erst ne Dreiviertelstunde später.
Wenn ein Tester fotografischen Geräts solche Farbsäume sieht, pardon, chromatische Aberrationen natürlich, dann wird er*sie vermutlich leise weinen und dieses Objektiv keiner weiteren Betrachtung würdigen. Na und? Im Ganzen sieht das Foto so aus: Fällt doch kaum mehr auf, beziehungsweise nur noch, wenn man gezielt danach sucht. Klar, man hat bei solchen Abbildungsfehlern (wie sie hier mein adaptiertes 90er-Jahre-Tele verursacht hat) nur noch begrenzte Möglichkeiten der Nachbearbeitung; aber ich…
Same procedure as every year – dieses Grün und dieses Gelb wollen beim erstmaligen Erscheinen im Jahr hier nun mal dokumentiert werden: Bänke als Motiv gehen für mich auch immer, aber ganz besonders, wenn sie so hübsche Farben oder so kryptische Botschaften haben:
Nun wird also in Deutschland wieder eine Wehrpflicht diskutiert. Und warum? Weil einige wenige Menschen mit mehr Macht als Moral die Vorstellung nicht ertragen, wir könnten unsere Probleme (von denen wir auf der Welt ja wirklich genug haben) friedlich und kooperativ lösen. Denn es ist nun mal so: Je mehr Kriege es gibt, je mehr Zerstörung, je mehr Elend und Unterdrückung, desto besser die Chancen, obszöne materielle Vermögen immer noch schneller zu vergrößern. Und auch wenn sich ...
Nichts Besonderes, ich muss nur in Übung bleiben 🙂
Heute gehört: „Die Weltlage hat sich seit voriger Woche völlig geändert.“ Natürlich weiß man sofort, was gemeint ist, aber – pardon, nein: An der Weltlage hat sich seit den ersten Bombardements im Iran nichts Wesentliches geändert. Seit gewisse Rohstoffpreise so drastisch nach oben gehen, kommt bloß ein etwas größerer Teil unserer Krisen im Bewusstsein auch jener an, die bisher erfolgreich darin waren, sie zu verdrängen. Was da passiert, scheint mir eine normale und erwartbare Entwi...