60 days ago · 5 Min. Lesezeit1020 Wörter · Kultur · ausblenden

Confession time: Ich habe ein echtes Problem mit indirekten Sprechakten. Als indirekten Sprechakt bezeichnet man vereinfacht erklärt, einen Sprechakt, bei dem die Sprecherintention (-absicht) nur indirekt und nicht wortwörtlich zum Ausdruck gebracht wird Standardbeispiel, an dem uns das auch an der Uni in Sprachwissenschaft vermittelt wurde, wenn jemand sagt: “Es zieht.”, das aber in Wirklichkeit die Bitte ist, das Fenster zu schließen.1 Ich hoffe, das verstünde dann sogar ich, sonst aber komme ich meist nicht weiter als zu erkennen: Da sagt jemand gerade etwas anderes als auf der Wörtlichkeitsebene. Am schlimmsten ist das bei Fragen, denn ich bemerke, dass jetzt nicht eine Antwort auf die tatsächlich gestellte Frage erwartet wird, sondern auf etwas anderes (WAS???). Einfach fällt mir die Entschlüsselung noch, wenn die Situation im persönlichen Umgang auftritt und ich beim Absendenden eine klare Emotion erkenne. Ein zorniges “GEHT’S NOCH?” macht mir klar, dass ich Unmut ausgelöst…

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