Die Entscheidung von US-Außenminister Marco Rubio, die Standard-Schriftart des Ministeriums von Calibri wieder auf Times New Roman umzustellen, sorgte im Dezember 2025 für ungewöhnlich breite mediale Aufmerksamkeit. Durchgängig ordneten Redaktionen und Kommentatoren die Entscheidung als symbolpolitischen Schritt ein – als Rückkehr zu „Tradition“ oder als kulturelle Markierung innerhalb innenpolitischer Debatten. Aus typografischer Sicht greift die Deutung als reine Symbolpolitik zu kurz. Bei genauer Analyse zeigt sich: Calibri ist keineswegs das barrierefreie Ideal, als das sie oft dargestellt wird. Eine Nachlese. Unter dem Titel „At State Dept., a Typeface Falls Victim in the War Against Woke“ hatte die New York Times das Thema öffentlich gemacht, und sogleich den Schriftwechsel zum „Kulturkampf gegen Wokeness“ erklärt. Am nächsten Tag griff die Nachrichtenagentur Reuters das Thema auf: „Rubio stages font coup: Times New Roman ousts Calibri“. Indem Reuters den Begriff „Coup“…
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