1 hour ago · 6 Min. Lesezeit1184 Wörter · Leben · ausblenden

Der Sonnabend begann damit, dass sich Sohn II, als er aus unruhigen Träumen erwachte, in einen ungeheuren Kulturwissenschaftler verwandelt hatte. Anders scheint es mir zumindest nicht zu erklären zu sein, dass er, den ich hier vorgestern noch als Banausen bezeichnet hatte, mit mir über meinen Messebesuch bei der Affordable Art sprechen wollte. Und sich sogar zeigen ließ, was ich dort fast gekauft hätte. Um dann mit lässiger Geste, dabei vage auf die verbleibenden Leerstellen an meinen Wänden weisend, in seltsam kundigem Tonfall zu sagen: „Du musst beim Kunstkauf immer den Kontext beachten, checkstu?“ Eventuell stand ich einen etwas zu langen Moment mit offenem Mund vor ihm. Ich kann es zumindest nicht ausschließen. Wir konnten das interessante Thema dann aber ohnehin nicht weiter vertiefen, denn er musste dringend weiter in seinem Zimmer Rachmaninow hören. Was zwar zunächst gebildet klingt, von dem er aber noch bis vorgestern nie etwas gehört hatte. Aber vorgestern war ja auch…

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