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Mein Freund Heiko hat den Begriff Waltern erfunden. Es ist ein Kofferwort für das leider nicht besonders häufig zu beobachtenden Phänomens des Alterns in Würde. Waltern ist also der Gegenentwurf zum ständigen Rechthaben und Rumnörgeln, das vor allem alte Männer zur Perfektion gebracht haben (wobei ich gestehe, dass hier durchaus eine Form der Gleichberechtigung im Beschmipfen junger Leute zu beobachten ist). Heute früh habe ich in der Morgenandacht im Deutschlandfunk von einem Text gehört, der sozusagen Waltern in Gedichtform ist. Das Gedicht wird Teresa von Avila zugeschrieben – und trägt den Titel „Gebet des älter werdenden Menschen“. Ich habe den Text im Netz gesucht und bin seitdem versucht, ihn auswendig zu lernen – und möglichst gelassen zu praktizieren. „Oh Herr, Du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde. Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen. Erlöse mich von der großen…

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