1 hour ago · Leben · ausblenden · 0 Kommentare

Montagmorgens halb zehn in Deutschland. Ich liege immer noch im Bett. Auf meinem Schoß der Kater, auf dem Nachtischschränkchen eine Tasse Filterkaffee, die mir die allerbeste aller Ehefrauen persönlich gekocht und gebracht hat. Ich bin Rentner. Unser alter Kaffeevollautomat hat sich aus unserem Leben verabschiedet. Das ist tragisch. Der neue ist – wie bereits betrauert – immer noch unterwegs. Dies an sich erhöht bereits die Tragik. Erstaunlich ist jedoch die Reise, die der Neue (ich nenne ihn jetzt der Einfachheit geschuldet einfach mal „Bohne“) bereits hinter sich gebracht hat, und die mich an der Genialität des Anthropozäns zu zweifeln und an seine Tragik zu glauben beginnen lässt. Es ist Montagmorgen, der 28. September 2026. Donnerstag, 24. September, 18:17 Uhr: Bohne verlässt Dosson bei Venedig (etwa 550 Kilometer südostwärts von Selzen) und begibt sich zum Flughafen. Freitag, 22:49 Uhr: Bohne fliegt nach Köln (etwa 150 Kilometer nordwestlich von Selzen) und kommt dort um 0:30 Uhr…

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