Peter Stuhlmacher schreibt in seiner Biblischen Theologie des Neuen Testaments über Jesu Weinstockrede (#ad, Bd. 2, 1999, S. 267): Nach Joh 15,1–8 stellt sich das Verhältnis Jesu zur Jüngerschar wie das des Weinstocks zu den Reben dar. Diese Bildrede hat eine dreifache Pointe. Die erste besteht darin, daß nur der Weinstock den Reben Leben gibt, die Reben ganz vom Weinstock leben und vernichtet werden, wenn sie nicht reichlich Frucht bringen. Im Klartext: Die Jünger leben aus der Liebe Jesu, sind aber auch (auf Gedeih und Verderb) dazu verpflichtet, in dieser Liebe zu bleiben (vgl. 15,9; 17,23). – Die zweite Pointe liegt darin, daß Jesus seine Jünger in 15,15 nicht mehr unwissende Sklaven (douloi), sondern Freunde (philoi) nennt, die von wahrer Gotteserkenntnis erfüllt sind. Der Ehrentitel ,Freunde Jesu’ steht dem judenchristlich üblichen, auch in Apk 1,1; 2,20; 7,3 u.ö. beibehaltenen Wortgebrauch von douloi Chrisou oder douloi Theu für die Apostel und Gemeindeglieder (vgl. Röm 1,1;…
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