Alles an der Musik der japanischen Band Mono ist groß, und die Dynamik ihrer Stücke folgt meist einer vertrauten Architektur: Elegische Gitarrenmelodien, die zuerst in melancholischem Weltschmerz umeinander herumtanzen, bis plötzlich alle gleichzeitig auf die Verzerrer-Pedale treten, die Sonne aufgeht und ein Schwarm weißer Schwäne durchs Bild fliegt. Doch bei Snowdrop schwingt eine besondere Schwere mit. Der Tod des langjährigen Weggefährten und Haus-Produzenten Steve Albini im Jahr 2024 markiert für die Band das Ende einer Ära, die den transparenten, organischen Klang der Japaner über zwei Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat. Dass Mono nach diesem Einschnitt keine Totenmesse feiern, sondern ein Album der tiefen Dankbarkeit vorlegen, zeugt von einer bemerkenswerten künstlerischen Haltung. Snowdrop ist ein helles, auffallend friedliches Werk geworden. Unterstützung fand das Quartett dabei durch ein zehnköpfiges Orchester und einen achtstimmigen Chor, die den klassischen Post-Rock-Aufbau…
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