[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann] Ruminieren Es gibt Menschen, die denken nach. Und es gibt Menschen, die denken denselben Gedanken zum fünfzigsten Mal nach – oft nachts um halb drei. Für dieses mentale Wiederkäuen gibt es sogar ein eigenes Wort: ruminieren. Ruminieren bedeutet grübeln. Nicht das hilfreiche Nachdenken, bei dem man irgendwann eine Lösung findet, sondern die Art von Gedankenkarussell, bei der man immer wieder dieselbe Runde dreht. Man denkt an das Gespräch von gestern. An den Satz, den man besser nicht gesagt hätte. Oder an den Satz, den man unbedingt hätte sagen sollen. Und plötzlich sitzt man gedanklich wieder dort, obwohl die Beteiligten längst zuhause sind und vermutlich schon schlafen. Das Wort stammt vom lateinischen ruminare und bedeutet tatsächlich: wiederkäuen. Kühe machen das mit Gras. Menschen machen das mit peinlichen Erinnerungen. Der Unterschied ist: Die Kuh gewinnt dabei Nährstoffe. Der Mensch gewinnt höchstens Augenringe. Psychologen sehen…
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