Juniwinter
Ein Essay über den Winter im Beinahesommer. Westliche Ostsee, Wind aus Nordwest, fünf in Böen sechs. 11 Grad Höchsttemperatur, sagt Windy voraus. Und behält seit Tagen recht. Das Thermometer am Niedergang zeigt diese elf Grad. Wind aus Nordwest, knappe sechs Beaufort (Immerhin, beruhige ich mich, die Regel, dass beim Wetterbericht die Böen das eigentliche „Normal“ sind, gilt immer noch), der Regen klatscht in seinem stetigem Rhythmus auf das Kajütdach. Ich liege unter Deck und lausche der ansteigenden und abnehmenden Intensität des Regens. Beinahe hört er auf, ein Sonnenstrahl kämpft sich bis zu meiner Stellung durch, nur um von einer weiteren Husche verschluckt zu werden. Ein Blick auf die nackten Wetterdaten verrät: Elf Grad, grau, sehr nass. Exakt dieselbe Zeile stand hier am 14. Januar im Logbuch.Damals, im Januar, war das ein kleines Fest. Ein milder Wintertag, eine unerwartete Atempause im frostigen Alltag. Wir haben die Kappe in den Nacken geschoben, die Jacken aufgerissen und…
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