3 hours ago · Politik · 0 Kommentare

Der Leitartikel im neuen SPIEGEL versucht sich an einer – vermutlich schrecklich gewollten – Provokation. Christian Reiermann, selbst Angehöriger der Boomer-Riege, zieht gegen die eigene Altersklasse zu Felde. Sein Vorwurf: Reformen in diesem Land versanden regelmäßig an den Egoismen der Älteren, während die Jugend die finanzielle Zeche zahlen darf. Kernig fordert er ein Ende der „Tyrannei der Alten“ und plädiert für mehr Generationengerechtigkeit. Die Alten seien politisch und finanziell bestens gepolstert, während die Jüngeren unter der Last von Renten‑, Steuer- und Sozialpolitik ächzen. So weit, so populistisch. Schaut man sich den Denkansatz genauer an, stolpert man allerdings über einige Denkfehler. Als Reformhebel schlägt Reiermann beispielsweise eine höhere Mehrwertsteuer vor. Die Logik dahinter: In einer alternden Gesellschaft trifft das vor allem diejenigen, die im Herbst des Lebens ihr Erspartes verprassen. Das klingt in der Theorie nett, ignoriert aber die Realität. Die…

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