Es ist das wohlfeilste Narrativ der Neidgesellschaft: „Du hast geerbt, du musstest dich ja nicht anstrengen.“ Ein Satz, so schnell ausgesprochen wie falsch. Er reduziert den generationenübergreifenden Erhalt von Werten auf ein Lottolos. Wer so denkt, versteht weder die Psychologie des Erfolgs noch die Last der Verantwortung. Die Realität ist: Ein Erbe zu übernehmen bedeutet nicht, Geld auszugeben. Es bedeutet, ein Fundament zu sichern, das andere aufgebaut haben – und darauf Neues zu erschaffen. Das gelingt jedoch selten durch Zufall, sondern ist das Ergebnis eines oft jahrelangen, intensiven Prozesses. Die Statistik des ScheiternsEs gibt eine alte Unternehmerweisheit, die sich weltweit in verschiedenen Sprachen deckt: Die erste Generation baut auf, die zweite Generation verwaltet, die dritte Generation studiert Kunstgeschichte und die vierte Generation verprasst den Rest. In England spricht man von „Shirtsleeves to shirtsleeves in three generations“. Dass ein Familienunternehmen oder…
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