The Haunted Youth kommen aus Belgien und starteten ursprünglich als Soloprojekt von Joachim Liebens. Das Debüt klang noch wie Musik, die nachts allein im Schlafzimmer entstanden ist: verträumter Dreampop mit viel Hall und Achtziger-Schlagseite. Mit „Boys Cry Too“ verschiebt sich dieser Ansatz nun deutlich. Liebens und seine mittlerweile zur festen Band gewachsene Formation drehen die Verstärker auf und suchen bewusst die Reibung. Schon der Opener „In My Head“ macht klar, dass hier etwas anderes passiert als noch auf „Dawn Of The Freak“. Der Song beginnt vorsichtig, fast tastend, mit elektronischen Spuren und einer bedrückenden Netflix-Serien-Atmosphäre, bevor sich alles langsam auftürmt. Gitarren schieben sich nach vorne, das Schlagzeug drängt, Liebens steigert seine Stimme immer weiter, bis der Song am Ende beinahe auseinanderfällt. Acht Minuten, die eher wie ein Kontrollverlust wirken als wie ein klassischer Albumauftakt. Überhaupt arbeitet „Boys Cry Too“ stark mit Gegensätzen.…
Noch keine Kommentare. Anmelden um im Fediverse zu antworten. Kommentare erscheinen hier.