Philip Rieff (1922–2006) war ein amerikanischer Soziologe sowie einer der originellsten Gesellschaftskritiker des 20. Jahrhunderts. Er erlangte vor allem als Experte für Sigmund Freud durch seine Analyse der modernen therapeutischen Kultur sowie des Verhältnisses von Kultur, Religion und Autorität große Bekanntheit. Zumindest im englischsprachigen Raum trifft das zu. In Europa ist Rieff hingegen kaum bekannt. Soweit ich weiß, wurde noch keines seiner großen Werke ins Deutsche übertragen und selbst Aufsatzübersetzungen sind mir nicht begegnet. Immerhin hat das The Institute for Human Sciences (IWM) in Wien einen englischsprachigen Workshop zu Rieff veranstaltet, der hochranging besetzt war (siehe Teil1, Teil2, Teil3, Teil4). Kürzlich habe ich das ausgezeichnet recherchierte und übersetzte Buch Professor der Apokalypse: Die vielen Leben des Jacob Taubes (#ad, Suhrkamp 2022) gelesen. Geschrieben wurde diese umfangreiche Biographie über einen einflussreichen linken Intellektuellen von dem…
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