4 hours ago · Musik · 0 Kommentare

Es gibt Bands, die ein Album veröffentlichen, und es gibt Bands, die ein Ereignis inszenieren. Boards Of Canada gehören seit jeher zur zweiten Sorte. Wer dreizehn Jahre schweigt, dann grobkörnige VHS-Kassetten an ausgewählte Abonnenten verschickt, über Nacht Hexagon-Plakate in Großstädten plakatiert und schließlich zu weltweiten Hörsessions in Kinos und Kirchen lädt, verkauft keine Platte – er eröffnet einen Kult. Die spannende Frage ist deshalb nicht, ob Inferno gut ist, sondern ob die Musik dem Mythos standhält, den das schottische Brüderpaar Michael Sandison und Marcus Eoin um sich herum errichtet hat. Sie tut es. Nur nicht zu einhundert Prozent. Am Grundprinzip ändert sich seit Music Has The Right To Children (1998) erstaunlich wenig, und über Geogaddi, das wärmere The Campfire Headphase bis zum trocken-dystopischen Tomorrow’s Harvest haben die beiden bewiesen, dass dieselbe Klangpalette nie ermüden muss. Inferno dreht jetzt vor allem an Tiefenschärfe und Wucht: Die Rhythmen sind…

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