Das ist jetzt keine besonders originelle Beobachtung, aber ich habe noch nie True Crime in irgendeiner Form konsumiert ohne mich danach nicht zumindest ein Bisschen schmutzig zu fühlen. Das gilt auch für Patrick Radden Keefes neues Buch “London Falling”, auch, wenn es ganz am anderen Ende des Genre-Spektrums zu verorten ist als Netflix-Slop oder Podcasts, in denen kichernde Weißwein-Mamis Wikipedia-Artikel über grausame Mordfälle lesen. Keefe erzählt diese Geschichte aus guten Gründen, mit Sorgfalt und Empathie für Opfer, Hinterbliebene und alle anderen. Und er erzählt sie halt auch als wilden Pageturner, und das muss man als Leser dann irgendwie zusammenbringen. Es geht um Zac Brettler, der, damals 19jährig, von einem Balkon eines Luxus-Apartments des Londoner “Riverwalk”-Hochhauses sprang und starb. Das sieht erstmal nach Suizid aus – zumal eine Überwachungskamera festgehalten hat, wie Zac selbst über das Geländer des Balkons klettert und springt –, stellt sich aber bald als…
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