Ich weiß. Viele der zunehmenden Konversionserzählungen sind theologisch dünn. Und sie klammern konfessionelle Fragen meist vollständig aus. Trotzdem freue ich mich riesig, wenn Menschen anfangen, die Denkvoraussetzungen der Moderne zu hinterfragen und sich dazu öffentlich bekennen. Das hat kürzlich die Regisseurin Angela Richter getan. Und es ihr fabelhaft gelungen, die Reaktionen ihrer ehemaligen (!) Bewunderer auf den Punkt zu bringen. Hier: Ich bin als Künstlerin wieder katholisch geworden. In meiner Branche ist das ungefähr so anschlussfähig wie Rauchen im OP-Saal. Vor etwa drei Jahren stand ich in Wien auf der Premierenfeier meines Theaterstücks. Es war einer dieser seltenen Abende, an denen alles stimmt: Der Applaus war lang, die Gespräche fließen, diese milde, warme Euphorie nach gelungener Arbeit. Eine Frau kam auf mich zu – vermutlich selbst Künstlerin – strahlend, zugewandt, schon ein bisschen angetrunken. Wir redeten lange und offen. Irgendwann, fast experimentell, sagte…
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