Am Sonntagmorgen sah ich vor den Fenstern rennende Menschen, und wie viele davon. War es ein sportliches Großereignis, war es eine Massenpanik? Sollte ich vielleicht einmal kurz in die Nachrichten sehen? Unsicherheiten am Morgen. Wenn man sich zu ungefährdet fühlt, wenn man zu selbstverständlich von gewöhnlichen Ereignissen ausgeht, das weiß man, gerade dann geht es schief, ist es etwas anderes, naht eben doch die Katastrophe. Aber gut, da standen Menschen neben den Laufenden und Rennenden, neben den vor was auch immer Flüchtenden. Und sie hielten Pappschildchen hoch, betätigten hin und wieder Tröten und riefen der schnellen Truppe ab und zu etwas entgegen. Es war ein Marathon. Okay. Später am Tag sah ich überall im Stadtbild die Humpelnden, die Gebeugten, die Gebresthaften und Versehrten, die Parade der Großereignis-Heldinnen. Schmerzverzerrte Gesichter, gekrümmte Haltungen, längst aufgegebene Frisuren und rotfleckige Gesichtshaut, als würden wir mit Mustern geboren werden. Einige…
Noch keine Kommentare. Anmelden um im Fediverse zu antworten. Kommentare erscheinen hier.