3 hours ago · Kultur · 0 Kommentare

Albrecht von Lucke erinnerte in seinem Vortrag an Jürgen Habermas und warnte vor dem Strukturwandel der Öffentlichkeit: Das gesprochene Wort verdrängt das geschriebene – und mit ihm die Tiefe der Auseinandersetzung. Podcasts, Talkshows, kurze Sentenzen dominieren. Doch was geht dabei verloren? Die Fähigkeit, Argumente auszuformulieren, zu verlinken, zu widersprechen – und damit wirklich zu streiten. Für mich war die Blogosphäre genau das: der öffentliche Diskurs im Digitalen, im Kleinen. Ein Ort, an dem schriftliche Diskussionen geführt wurden – in der Langsamkeit längerer Texte, aber mit der Schnelligkeit und Öffentlichkeit des Internets. Manchmal spielerisch in Form von Blogparaden oder „Blog-Stöckchen“, manchmal nüchterner in der Abfolge von Blogtexten, die aufeinander aufbauten, widersprachen oder weiterdachten. Anfang der 2000er wurden digitale Themen schriftlich verhandelt – einfach weil es keine anderen Möglichkeiten gab. Die klassischen Medien ignorierten das Netz, und so…

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