Ein unerwartet vehementes Lob habe ich auszusprechen, und zwar für Günter de Bruyn, genauer für seinen Roman „Buridans Esel“ von 1968. Den ich neulich schon kurz erwähnt hatte. Das Buch ist sprachlich und auch im Aufbau nennenswert interessanter und auch experimenteller, als ich die Werke des Autors in Erinnerung hatte. Da muss ich in meiner Vorstellung etwas geraderücken, weiß aber gar nicht mehr, was ich von ihm früher gelesen hatte. Etwas aus dem Spätwerk vermutlich. Nach diesem frühen Roman könnte es noch deutlich mehr werden, denn den fand ich sehr anziehend, der las sich eindeutig nach mehr. Es gibt da gleich zu Beginn etwa eine Szene, in der jemand in einem Ostberliner Altbau jemanden besuchen möchte, dabei aber den falschen Aufgang erwischt. Wodurch er unfreiwillig mit sämtlichen Bewohnerinnen und Bewohnern dort in Kontakt kommt und sogar bis zum Dachboden vordringt. Wo noch die Nachkriegszeit im aufsteigenden Staub spürbar ist, wie es dort heißt. Diese Zeit, die man doch in…
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